„Design Thinking“ – hilfreich bei der Umgestaltung von Prozessen?

Meldung vom 14. Juni 2017

Eine Arbeit von Friedemann Zschiedric, Student aus dem Kommunikationsdesign, beschäftigt sich mit diesem Ansatz, der schnell genannt wird, wenn es um die Umgestaltung von gesellschaftlichen sowie sozialen Strukturen geht. Sein Text befasst sich kritisch mit dem Konzept des Design Thinking und stellt die These von DesignerInnen als „general problem solver“ in Frage. Erschienen ist er auf der Publikationsplattform www.fluctuating-images.de.

Entstanden ist sein Text im Rahmen des Theorieseminars „Different by Design“ von Dr. Cornelia Lund.
„Different by Design“ – so lautete in den 1960er Jahren ein Werbeslogan für das Studebaker-Automobil. Heute wird die Formulierung anders gewendet: „Kann Gestaltung Gesellschaft verändern?“ fragt eine Ausgabe der Zeitschrift Arch+ (ARHC+ 222). Aktuell lässt sich eine Anzahl von Designansätzen beobachten, die diese Frage positiv beantworten würden. Im Seminar wurden diese Ansätze im Kontext von Social Design, Transformation Design, Transition Design und Design Thinking kritisch untersucht sowie auch die damit verbundenen sozio-ökonomischen, ökologischen und politischen Veränderungen, auf die abgezielt wird. Dabei wurden sowohl historische und theoretische Bezugsfelder in den Blick genommen werden als auch Beispiele aus der Praxis, um die Veränderungsmacht von Designprojekten zu überprüfen. Besonders beliebte Adressaten von Projekten, die mit Gestaltung die Welt verändern wollen, sind Länder der sogenannten Dritten Welt. In diesem Kontext wurde im Seminar ein Schwerpunkt gelegt auf die kritische Analyse des Umgangs mit Projekten in und der Zusammenarbeit mit afrikanischen Ländern. In einem weiteren Schritt wurden die untersuchten Designansätze relationiert zu relevanten Diskursen wie transkulturelle und postkoloniale Theorien, Akzelerationismus, Transhumanismus oder der Frage des Anthropozäns.

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