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Erfahrungsbericht Luis Schenk

An Bezalel belegte ich im letzten Wintersemester vier Kurse im Department of Fine Arts. Darunter waren drei Zeichenkurse bei den Professoren Doron, Pesach, und Hemo.

 

Im Kurs bei Fr. Hemo entstand eine große Semesterarbeit, auf die ich später noch näher eingehen werde. Neben diesen Seminaren nahm ich an der Druckgraphischen Werkstatt von Prof. Ami Rosenberg Teil. Anfänglich schrieb ich mich noch für einen klassischen Animationskurs im Department of Animation ein, diesen verließ ich aber nach einen Monat, da ich das Arbeitspensum einfach unterschätzt habe, in einer Technik die mir nicht vertraut war. Des Weiteren war es in diesem Kurs für mich schwierig die Begeisterung aufrecht zu erhalten, da der Professor dieses Kurses sich nicht gerade erfreut zeigte, kurze Erklärungen zur Technik oder anderen Fragen auf Englisch zu geben. Dies war aber die Ausnahme. Ich dachte, dass das Sprachproblem viel größer, und somit die Verständigung in den Kursen viel schwieriger sein würde. Doch in den von mir besuchten Klassen funktionierte das ziemlich gut. So erklärte sich entweder ein Student bereit mir, das vom Professor Gesagte zu übersetzen, oder der Professor, kam selbst ursprünglich aus Amerika, wie es bei Herrn Pesach der Fall war, und sprach selbst gerne seine Muttersprache. Die dritte Möglichkeit waren die der kurzen Einzelgespräche nach der jeweiligen Lehrveranstaltung.

 

Die Zeichenklassen von Prof. Doron und Prof. Pesach waren vollkommen unterschiedlich, was auf den verschiedenen Charakter der beiden Personen zurück zu führen ist, obwohl es sich bei beiden Seminaren um gegenständliches Zeichnen handelte. Beide Kurse waren, wie eigentlich alle, dreistündig. Es gab in ihnen keine große Semesterarbeit, wie bei Irit Hemo, sondern es ging vielmehr um kleinere Zeichenübungen, die immer am Ende der jeweiligen Stunde vom Professor besprochen wurden. Wenn bei Prof. Pesach der Schwerpunkt eher auf dem reinen Aktzeichnen lag, so war Prof. Dorons Klasse eine Mixtur aus Akt, Stillleben und freien Übungen.

 

In der Druckwerkstatt von Prof. Rosenberg gab es keine inhaltlichen Vorgaben. Prof. Rosenberg erklärte den Studenten einige verschiedene Techniken im Bereich der Radierung, und machte mich somit mit dem, mir bis dahin unvertrauten Verfahren des Sugarlifts und der Photoradierung, bekannt. Was sich bei diesem Kurs besonders von vergleichbaren an der HAW unterschied, war die andere Arbeitsatmosphäre, in der eher das Chaotische vorherrschte. Hier entstanden auch einige kleine Drucke, die im Zusammenhang zu einem Ausflug in die West Bank stehen, und für die ich Fotovorlagen verwendete.

 

Zusätzlich zu diesen regulären Kursen gab es die Theorieklasse Jerusalem as a Place and Israeli Culture unter der Leitung von Prof. Doron Barr. Sie war auf Englisch und fand jeden Sonntagvormittag statt, und wurde speziell für alle Austauschstudenten ins Leben gerufen. Sie bestand aus Exkursionen zu wichtigen und interessanten Orten in Jerusalem und aus Vorträgen von Herrn Doron sowie von anderen Professoren unterschiedlicher Fachgebiete. Diese Klasse war natürlich auch eine gute Möglichkeit alle Austauschstudenten aus den verschiedenen Departments an einem Ort zu treffen. Der Sonntagnachmittag war für einen dreistündigen Hebräischsprachkurs reserviert. Unterrichtet wurden wir von der besten und nettesten Lehrerin in ganz Israel, Dina.

 

Ein sehr großer Vorteil beim Studieren an Bezalel war, dass ich einen Atelierplatz bekam. Dieser Raum hatte zwar kein Fenster und war auch ziemlich klein, doch vollkommen ausreichend. Das Gebäude von Bezalel ist ein Teil des Campus der Hebrew University of Jerusalem. Dieser befindet sich auf dem Mount Scopus, Teil des French Hill, ein Stadtteil im Nordwesten der Altstadt. Das Campusgelände ist, wie der Name schon sagt höher gelegen als der Grossteil Jerusalems und von seinen westlichen Terrassen hat man einen wundervollen Blick über Jerusalem. Der Campus selbst ist wunderschön, mit gepflegten Rasenflächen und Blumenbeeten, Cafes, und sogar Friseurläden, Optikern und kleinen Supermärkten. Der French Hill ist gleichzeitig östlicher Stadtrand von Jerusalem. Das ist interessant, weil man deutlich den Unterschied zweier Kulturen vor Augen hat. Die Balkone der Ateliers Bezalels sind teilweise östlich gelegen. Direkt unter ihnen liegt ein arabisches Dorf, das ich später noch einmal erwähnen werde. Es handelt sich hier nicht um ein wohlhabendes Dorf. Schon allein durch die Betrachtung der intakten Häuser des French Hill, und der halb zerfallen oder halb fertigen Häuser von diesem Dorf gibt Aufschluss über die Unterschiede und Probleme, die dieses Land zu bewältigen hat. Man hat schon ein bisschen das Gefühl, dass hier zwei Welten aufeinanderprallen.

 

Ein Student erzählte mir, dass Bezalel der östlichste Ort ist, indem über Kunst gesprochen wird. Hinter diesem Dorf beginnt das Judean Desert, und an klaren Tagen kann man einen Teil des Toten Meeres sehen, und dahinter die Hügelketten Jordaniens. Und wenn bei Sonnenuntergang die Muezzine der Moscheen zum Gebet rufen und diese Gesänge, immer lauter werdend die Luft erfüllen, hat dies etwas Faszinierendes. Weiter im PDF-Dokument....

Den vollständigen Bericht können Sie hier downloaden:

Erfahrungsbericht


 

 

Fotostrecke von Luis

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